Eine Schulgemeinschaft, die zusammenhält

In schwierigen Zeiten können selbst alltägliche Dinge wie der Weg zur Schule zu einer großen Belastung werden. Krankheit, persönliche Rückschläge oder familiäre Belastungen bringen Schülerinnen und Schüler manchmal an ihre Grenzen. Umso erfreulicher ist es, wenn man sich in solchen Momenten auf die Unterstützung einer starken Schulgemeinschaft verlassen kann und gemeinsam dafür gesorgt wird, dass jeder Hilfe erfährt.

Bei der 17-jährigen Schülerin Zeynep Gezer, die eine Ausbildungsvorbereitungsklasse besucht, zeigte sich dieser Zusammenhalt auf besonderer Weise. Aufgrund einer Erkrankung war Zeynep im September und Oktober 2025 zeitweise auf einen Rollstuhl angewiesen und ihre daraus folgende eingeschränkte Mobilität machte den täglichen Schulweg zu einer echten Herausforderung. Da ihre Eltern aus beruflichen Gründen nicht an allen Schultagen die Fahrten übernehmen konnten und die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich war, bestand die Gefahr, dass Zeynep zeitweise nicht am Unterricht teilnehmen könnte.

Doch an der GSBK ließ man Zeynep nicht im Stich. Schulleiterin Dr. Isolde Fleuchaus übernahm persönlich die Koordinierung mit dem Taxiunternehmen „Taxi Bönisch & Wist“, um eine verlässliche und flexible Beförderungslösung zu finden. In enger Abstimmung mit dem Unternehmen wurde ein Fahrplan entwickelt, der exakt auf Zeyneps Stundenplan und ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt war. Die Fahrerinnen und Fahrer zeigten großes Verständnis und halfen Zeynep geduldig beim Ein- und Aussteigen. So war jederzeit gewährleistet, dass sie sicher und pünktlich zur Schule und wieder nach Hause gelangen konnte.

Im Zeitraum von September bis Oktober fanden mehrere Fahrten statt, morgens zum Unterricht beziehungsweise nachmittags zurück. Dank dieser Organisation konnte Zeynep ohne Versäumnisse am Unterricht teilnehmen, wichtige Lerninhalte aufnehmen und weiterhin ein Teil der Schul- und Klassengemeinschaft sein. Für sie bedeutete das nicht nur schulischen Erfolg, sondern auch soziale Teilhabe, was gerade in einer Phase gesundheitlicher Einschränkung von großer Bedeutung war.

Eine entscheidende Rolle spielte zudem der Förderverein der Gewerblichen Schule Backnang. Nach kurzer Beratung entschied der Vereinsvorstand, die anfallenden Transportkosten zu übernehmen. Diese unbürokratische Hilfe sorgte dafür, dass keine wertvolle Zeit verloren ging und Zeyneps Schulbesuch nahtlos und ohne übermäßige finanzielle Belastung ihrer Eltern, fortgesetzt werden konnte. Die großzügige Unterstützung des Vereins und die Planung durch Dr. Fleuchaus beweisen, wie wirkungsvoll gemeinschaftliches Engagement sein kann, wenn schnelle und pragmatische Lösungen gefragt sind.

Die Situation in der Zeynep ist ein Beispiel dafür, wie wichtig ein funktionierendes Netzwerk aus Schulleitung, Förderverein, Elternhaus und externen Partnern ist. Nur durch das vertrauensvolle Zusammenspiel aller Beteiligten konnte diese Situation gemeistert werden. Es steht sinnbildlich für eine Schulkultur, die Verantwortung übernimmt und Inklusion nicht nur als Schlagwort, sondern als gelebte Realität versteht.

So wurde aus einer schwierigen Situation eine Geschichte über Solidarität, Menschlichkeit und Zusammenhalt. Zeynep konnte ihren schulischen Weg fortsetzen und die gesamte Schulgemeinschaft der GSBK bewies einmal mehr, dass der Mensch im Mittelpunkt steht.

 
Foto 1: Zeynep Gezer, ihr Vater Attila Gezer (3. v.r.) sowie Vertreter der Gewerblichen Schule Backnang und des Taxiunternehmens Bönisch und Wist

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